
Lettland lässt Straßenschilder mit Hinweisen auf Russland und Weißrussland entfernen

Lettland rät seinen Staatsbürgern seit dem Jahr 2023 und in den Folgejahren offiziell davon ab, nach Russland oder Weißrussland zu fahren. Angeblich besteht in diesen Ländern die Gefahr, als Lette dem dortigen Geheimdienst in die Hände zu fallen. Bald sollen die lettischen Reisenden aber auch anhand der Straßenbeschilderung nicht mehr erkennen können, in welcher Richtung die ihnen von ihrer Regierung zunehmend verwehrten Orte liegen.
Bereits im Februar diesen Jahres hatte das lettische Verkehrsministerium erklärt, bis zum 30. September 2026 alle Straßenschilder mit Hinweisen auf russische oder weißrussische Orte oder Fahrtwege Richtung Russland oder Weißrussland entfernen zu wollen. Auf neuen Straßenschildern erscheinen diese Richtungsangaben gar nicht erst.

In einem Bericht der lettischen öffentlich-rechtlichen Rundfunkgesellschaft LSM hatte Tālivaldis Vectirāns, Direktor der Straßenverkehrsabteilung des Verkehrsministeriums, die Maßnahme bekannt gegeben. Ortsnamen aus den sogenannten "Aggressorstaaten" (wie sie die Medienanstalt LSM bezeichnet) werde es künftig nicht mehr auf lettischen Straßenschildern geben.
Die mehr als 200 Schilder an staatlichen Straßen würden ausgetauscht und korrigiert, so der lettische Verkehrsbeamte LSM zufolge. Die Kosten dafür bezifferte er auf rund 120.000 Euro. Dazu käme noch die Beschilderung an kommunalen Straßen, deren Änderung die Kommunen aus eigener Kasse bezahlen müssten. Die zwischen Estland im Norden und Litauen im Süden liegende Republik Lettland grenzt im Osten an den russischen Verwaltungsbezirk Pskow und im Südosten an Weißrussland.
Diese Maßnahme bekräftigte nun Verkehrsminister Rihards Kozlovskis in einem Interview mit der lettischen Nachrichtenagentur LETA, aus dem das baltische Nachrichtenportal Delfi zitiert. Lettland benötige keine Straßenschilder mehr, die auf Russland oder Weißrussland hinwiesen.
Das Überkleben der unerwünschten Namen auf den Schildern stelle keine Lösung dar, da dies zu unebenen reflektierenden Oberflächen führen könne, was die Lesbarkeit der Verkehrszeichen beeinträchtige.
Auf die Kosten für die Entfernung der Länderhinweise sei sein Ministerium vorbereitet, so Kozlovskis. Ein entsprechender Bericht sei bereits erstellt und liege dem Ministerkabinett zur Prüfung vor, berichtet Delfi. Der Austausch der Schilder werde im Rahmen der üblichen Arbeiten zur Straßeninstandhaltung erfolgen.
Nicht thematisiert wurde in dem Interview, ob die russophoben lettischen Behörden auch den folgerichtigen nächsten Schritt gehen und Russland und Weißrussland auch aus lettischen Landkarten tilgen werden.
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