Russland

Vierter BRICS+ Fashion Summit in Moskau eröffnet

In Moskau trifft sich derzeit die Modewelt. Ein Gipfeltreffen von Modeschaffenden aus den BRICS+-Ländern diskutiert in der russischen Hauptstadt über die Zukunft der globalen Mode in Zeiten von KI und aufstrebender neuer Märkte.
Vierter BRICS+ Fashion Summit in Moskau eröffnet© BRICS+ Fashion Summit/Telegram

In den BRICS+-Staaten lebt mittlerweile rund die Hälfte der Weltbevölkerung. Kein Wunder, dass die in dem informellen Staatenverbund zusammengeschlossenen Länder nicht nur politisch und wirtschaftlich, sondern auch in Modefragen eine richtungsweisende Rolle spielen wollen.

Anlässlich der derzeit stattfindenden siebten Moskauer Modewoche kommen in der russischen Hauptstadt aktuell auch internationale Designer und Vertreter aus den BRICS+-Ländern stammender Modemarken zum vierten BRICS+ Fashion Summit zusammen. Branchenexperten aus mehr als 60 Ländern werden ab heute drei Tage lang über die Zukunft der globalen Mode diskutieren.

Hauptfragen der im Moskauer Sarjadje-Konzerthaus stattfindenden Veranstaltung sind so unterschiedliche Themen wie Design, Technologie, Künstliche Intelligenz, Wearables, aufstrebende neuer Modezentren, die Entwicklung lokaler Marken, Investitionen in die Kreativwirtschaft und der Einzelhandel mit Mode. Auch das reiche kulturelle Erbe der BRICS+-Staaten gehört zu den Inhalten der Konferenz.

Den Veranstaltern zufolge soll der diesjährige BRICS+ Fashion Summit den zunehmenden Einfluss schnell wachsender Volkswirtschaften auf die Entwicklung des globalen Modemarktes hervorheben.

Zu den wichtigsten russischen Rednern zählen Tatjana Kim, die Vorstandsvorsitzende des Online-Versandhändlers Wildberries, sowie Anton Letuschew, der CEO von Melon Fashion Group, dem größten Mode- und Bekleidungsunternehmen in Russland und den GUS-Staaten. Auch die bekannte russische Modedesignerin Alena Achmadullina wird auf dem Forum sprechen, ebenso die Managerin und Wirtschaftsfunktionärin Olga Busyljowa, die die Sparte für Konsumgüter beim russischen Petrochemie-Riesen Sibur leitet.

Als internationale Redner sind unter anderem der von der Elfenbeinküste stammende Modedesigner Jenke Ahmed Tally angekündigt, ebenso die indische Modeschöpferin Kanika Goyal und Aline Souza de Oliveira, die das brasilianische Modelabel FARM Rio vertritt.

Xie Fangming, der Vizepräsident der China Fashion Association, hatte schon an einem früheren BRICS+-Mode-Gipfel teilgenommen. Für ihn trug diese Erfahrung dazu bei, sein Verständnis der globalen Modewelt zu erweitern und westliche Modesysteme nicht länger als alleinigen Maßstab zu betrachten. Die BRICS-Staaten und andere aufstrebende Länder verfügten über "einzigartige handwerkliche Ressourcen, Ausdrucksformen des Designs und Branchenprioritäten".

Der BRICS+ Fashion Summit symbolisiert dabei wie in einem Brennglas eine immer stärker dezentralisierte Modewelt. Ely Gu, welche die Ontimeshow-Exhibition, die größte Modemesse nur für geladene Gäste in China, gegründet hat, ist der Ansicht, dass es nicht darum gehe, die traditionellen Modezentren Paris und Mailand durch Moskau oder Shanghai zu ersetzen. Vielmehr kämen immer mehr Orte von globaler Relevanz für die Modebranche hinzu.

Branchenvertreter aus China, den Vereinigten Staaten, Ägypten, Ecuador und Botswana äußerten sich im Vorfeld der Moskauer Konferenz zuversichtlich bezüglich der Perspektiven von Modemarken, die aus den BRICS+-Ländern kommen. Diese lokalen Labels würden sich zunehmend gut im internationalen Wettbewerb positionieren. Allerdings benötigten sie dafür eine klare Markenidentität, gleichbleibende Qualität, unterstützende Investitionen und den Aufbau starker Vertriebsnetze.

Natürlich kommt auf dem Gipfel auch die traditionelle Kultur des Gastgeberlandes Russland nicht zu kurz, die hier in moderner Form präsentiert wird. Etwa bei dem Projekt "Khokhloma × Russian Designers", das das traditionelle Chochloma-Kunsthandwerk mit seinen roten, schwarzen und goldenen Blumenmustern in Form von Mode, Accessoires, Inneneinrichtung und Designobjekten neu interpretiert. Schließlich soll die tradierte Kunst dem Wunsch der Initiatoren gemäß nicht als bloßes Museumsstück enden.

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